DIW-Studie untersucht Wohlbefinden während Corona

Gespeichert von FuB Chefredakteur am 12. Oktober 2020
Frau arbeitet am Laptop, daneben sitzt ihr Sohn und malt.

Wie zufrieden sind Familien? DIW-Studie untersucht Wohlbefinden während Corona

Viel diskutiert, aber kaum erforscht: Das Deutsche Institut der Wirtschaftsforschung hat die Auswirkungen der Corona-Schutz-Maßnahmen auf das Wohlbefinden der Menschen untersucht. Im Fokus stehen die von den Corona-Maßnahmen stark betroffenen Eltern mit Kindern im Kita- und Grundschulalter. Die Ergebnisse zeigen: In der Hochphase der Pandemie ist vor allem die Zufriedenheit von Eltern junger Kinder gesunken. Und bei Müttern ist der Rückgang ausgeprägter als bei Vätern.

 

Mit dem Eintreffen der Corona-Welle in Deutschland wurden im März flächendeckende Maßnahmen zur Eindämmung des Virus umgesetzt, die große Einschränkungen des alltäglichen Lebens mit sich brachten: wochenlange Quasi-Isolation zu Hause, Maskenpflicht und die Schließung vieler Einrichtungen des öffentlichen Lebens. Das Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat nun untersucht, wie sich die Corona-Maßnahmen auf das Wohlbefinden der Menschen ausgewirkt haben. Als Grundlage für die Studie dienen Daten aus der COMPASS-Befragung (Corona Meinungs-Panel Survey Spezial) zu allgemeiner Lebenszufriedenheit sowie Zufriedenheit mit dem Familienleben von infratest dimap.

Zufriedenheit von Eltern jüngerer Kinder gesunken 

Grundsätzlich zeigen die Daten, dass das Wohlbefinden in Zeiten von Corona über alle Gruppen hinweg im Vergleich zu 2018 leicht gesunken ist. Bei genauerem Hinschauen zeigt sich aber, dass bestimmte Gruppen besonders unter den Maßnahmen gelitten haben, wie Mathias Huebener, Leiter der Untersuchung, verdeutlicht: „Unsere Untersuchung zeigt, dass insbesondere Eltern von Kindern im Kita- und Grundschulalter in der Zeit der Corona-Einschränkungen relativ betrachtet unzufriedener waren als zuvor.“ Im Vergleichszeitraum 2018 war die allgemeine Lebenszufriedenheit und die Zufriedenheit mit dem Familienleben bei Eltern gerade mit jungen Kindern noch am höchsten. Die Gründe für diese Entwicklung lagen, so die Annahme der Autorinnen und Autoren, vor allem in den Einschränkungen bei der Kindertagesbetreuung, von der junge Kinder am stärksten betroffen waren. 

Ein weiteres Ergebnis ist, dass Mütter deutlich unzufriedener waren als Väter. Mütter scheinen in Familien die Hauptlast der Konsequenzen der Corona-Maßnahmen getragen zu haben, was sich negativ auf deren Wohlbefinden ausgewirkt hat. Eine Erkenntnis, die die viel diskutierte – zumindest vorübergehende – Entwicklung zurück zu alten Rollenbildern nahelegt. 

Als Nebeneffekt zeigen die Untersuchungsergebnisse schließlich, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die aufgrund von Corona im Homeoffice arbeiteten, deutlich höhere Zufriedenheitswerte aufweisen als Erwerbstätige, die nicht im Homeoffice arbeiteten.

Mittel- und langfristige Folgen nicht zu erwarten

Trotz der negativen Entwicklung in Sachen Wohlbefinden während der Zeit der stärksten Corona-Einschränkungen halten die Autorinnen und Autoren abschließend fest, dass die Effekte insgesamt aber eher gering ausfallen. Mittel- und langfristige Folgen erwarten sie nicht.

COMPASS ist eine tägliche Online-Erhebung von infratest dimap unter deutschen Wahlberechtigten. Die Analysen der Studie basieren auf Daten von 14.232 Befragungen von 10.048 Personen im Zeitraum vom 1. Mai bis 21. Juni 2020. 

Die komplette Studie finden Sie unter diesem Link.

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familie@beruf.nrw.de

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