„Vereinbarkeit muss auch selbstverständlich gelebt werden.“

Gespeichert von FuB Chefredakteur am 4. Januar 2021
Profilbild Oliver Schmitz, Geschäftsführer berufundfamilie GmbH

„Vereinbarkeit muss auch selbstverständlich gelebt werden.“

Wie sich eine familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik am besten umsetzen lässt – dazu berät Oliver Schmitz mit seinem Unternehmen berufundfamilie Service Gmbh. Im Interview erzählt der Geschäftsführer, welche Folgen die Covid-19-Pandemie auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat und warum viele Unternehmen jetzt einen langen Atem brauchen.

 

Man könnte die Corona-Krise und die damit verbundenen Kita- und Schulschließungen als Härtetest für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bezeichnen. Wie haben deutsche Unternehmen diesen Test bis jetzt gemeistert? 

Grundsätzlich würde ich sagen, dass deutsche Organisationen und damit auch Unternehmen den Härtetest zumindest gut angenommen haben – indem sie vergleichsweise schnell zahlreiche Lösungen präsentiert haben. Vieles wurde allerdings aus der Not heraus entschieden – man musste reagieren. Aber wer gut vorbereitet war, hatte es dann deutlich einfacher. Unternehmen, die sich zum Beispiel über die technische Ausstattung und Anbindung ihrer Beschäftigten zuvor schon Gedanken gemacht hatten, konnten benötigte digitale Strukturen während der Corona-Krise deutlich schneller etablieren. Sie waren so in der Lage ihre Geschäftsprozesse aufrecht zu erhalten, auch weil ihre Mitarbeitenden nahezu übergangslos im Home-Office arbeiten konnten. Andere Unternehmen mussten viel Zeit und Energie in die Entwicklung der technischen und organisatorischen Ausgestaltung der Arbeit auf Distanz stecken. Dort gab es auch Fälle, wo Prozesse anfangs komplett zusammengebrochen sind. 

Welche langfristigen Folgen hat die Corona-Pandemie Ihrer Meinung nach für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf?  

Ich glaube schon, dass die Krise einen recht starken Einfluss auf zukünftige Entwicklungen haben wird. Die Flexibilität, die von Arbeitgebern ermöglicht wurde, war auch teilweise überspannt. Schließlich handelt es sich um eine historische Ausnahmesituation. Aber ich bin mir sicher, dass viele in den letzten Monaten erkannt haben, welchen großen Nutzen es hat, sich entsprechend zu strukturieren und mit dem Thema Flexibilisierung zu beschäftigen. Deswegen gehe ich davon aus, dass nach der Krise nicht alles auf null zurückgefahren wird. Einige der Flexibilisierungsmaßnahmen werden uns erhalten bleiben. Jetzt gibt es allerdings noch einen weiteren wichtigen Schritt. Vereinbarkeit muss auch selbstverständlich gelebt werden. Wo das vorher noch nicht der Fall war, müssen Unternehmen an ihrer Kultur arbeiten. Es ist ja nicht nur das Technische und Organisatorische, das neu geregelt werden muss. Die Unternehmenskultur ist mindestens genau so entscheidend – lässt sich aber nicht so schnell verändern. Das braucht jetzt noch den längeren Atem. 

Deutschland ist seit ein paar Tagen im zweiten Lockdown. Sind Unternehmen in Bezug auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf inzwischen besser aufgestellt?

Im Schnitt ist man, glaube ich, schon deutlich besser aufgestellt. Ich sehe ja, was inzwischen alles digital möglich ist. Damit hat das Arbeiten und auch das Führen auf Distanz einen gewaltigen Schub erlebt. Und das wirkt sich positiv auf die Vereinbarkeit aus. Aber ich kenne auch Organisationen und Unternehmen, die immer noch in alten Mustern verharren. Manche Unternehmen stoßen auch an ihre Grenzen, weil es in der Belegschaft an Akzeptanz für Innovationen und neue Strukturen fehlt. Im Schnitt gehe ich aber davon aus, dass wir im zweiten Lockdown besser flexibel und auf Distanz zusammen arbeiten – aber eine Selbstverständlichkeit ist das noch lange nicht.

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