Trend setzt sich fort: Väter wollen beides – Karriere und Familie

Gespeichert von FuB Chefredakteur am 20. Januar 2022
Vater, Mutter und Kind stehen auf einem Feld und lassen einen Drachen steigen

Trend setzt sich fort: Väter wollen beides – Karriere und Familie

Neue Umfragen wie das Update des Väterreports zeigen, dass fast die Hälfte aller Väter sich mehr Zeit für die Familienaufgaben wünscht. In der Realität sieht das aber häufig anders aus. Ein Blick auf den Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit.

 

„Väter wollen heute, ebenso wie Mütter, beides: einer Erwerbstätigkeit nachgehen und Zeit für die Familie haben. Sie wollen nicht mehr als Alleinverdiener die Familie versorgen müssen, sondern sich Beruf und Familie partnerschaftlich mit der Mutter teilen“, sagt David Juncke von der prognos AG. Im Auftrag des Bundesfamilienministeriums haben er und sein Team das Update des Väterreports durchgeführt und den klaren Trend in Richtung einer partnerschaftlichen Aufgabenverteilung bestätigt.

Anders als die Generation zuvor wollen heute fast die Hälfte der Väter die Familienaufgaben und die Verantwortung für das Familieneinkommen partnerschaftlich teilen. 47 Prozent der Väter wollen mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen. Sie wollen gemeinsam mit der Mutter für die Kinder verantwortlich sein. Das Leitbild des aktiven Vaters ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen, so die positive Bilanz des neuen Väterreports. 

Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Die Realität stimmt mit diesem Leitbild allerdings selten überein: Weder die sich wandelnden Einstellungen noch die stärkere Teilhabe am Familienleben durch das Elterngeld haben die Erwerbstätigkeit von Vätern nachhaltig verändert. Väter sind nach der Elternzeit immer noch überwiegend in Vollzeit erwerbstätig. Laut Mikrozensus arbeiten in Deutschland 73 Prozent aller Mütter von Kindern unter sechs Jahren in Teilzeit, aber nur sieben Prozent der Väter. Auch bei älteren minderjährigen Kindern bleibt dieses Verhältnis in etwa gleich.
Hier gehen Wunsch und Wirklichkeit also deutlich auseinander: 45 Prozent der Eltern wünschen sich eine partnerschaftliche Aufteilung, doch nur 17 Prozent übernehmen tatsächlich etwa gleiche Teile bei der Kinderbetreuung. 52 Prozent der Väter würden gerne weniger arbeiten. 42 Prozent der Mütter wollen dagegen gerne ihre Erwerbstätigkeit wieder aufnehmen oder ausweiten.

Unternehmen erkennen Wettbewerbsfaktor

Die Gründe für diese Diskrepanz sind vielfältig. Ein Aspekt steht dabei ganz vorn: Berufstätige Mütter und Väter sind – neben einer guten Betreuungsinfrastruktur – insbesondere auf familienbewusste Arbeitsbedingungen angewiesen, um Familie und Beruf partnerschaftlich vereinbaren zu können. Diese Erkenntnis hat sich weitgehend durchgesetzt: Laut Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2019 misst mit 83 Prozent die große Mehrheit der befragten Geschäftsleitungen und Personalverantwortlichen familienbewussten Personalmaßnahmen eine hohe Bedeutung für ihr Unternehmen zu, eine entsprechende Unternehmenskultur gilt als Wettbewerbsfaktor um Fachkräfte. Bei der praktischen Umsetzung ist hingegen noch Luft nach oben – Tipps und Anregungen finden Sie hier.

Auch das Forschungszentrum Familienfreundliche Personalpolitik (FFP) beobachtet und analysiert seit Jahren den Stellenwert von Partnerschaftlichkeit und Vereinbarkeit und drängt auf mehr praktische Umsetzung. „Wir brauchen noch mehr spezifische Maßnahmen zur Väterförderung in Unternehmen“, betont Geschäftsleiter Henning Stroers. „Unternehmen sollten ihre Arbeitsmodelle so aufstellen, dass diese flexibler werden und Stundenreduzierungen möglich sind.“ Der oft geäußerten Sorge vor einer finanziellen Schwächung der Familie stellt das FFP die Belastung von (weitgehend) alleinverdienenden Vätern entgegen. „Wenn Vätern und Müttern eine partnerschaftlich orientierte Erwerbstätigkeit ermöglicht wird, in der beide in vollzeitnaher Beschäftigung tätig sind, ist dies die nachweislich wirksamste Absicherung der Familie“, erklärt Stroers.

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familie@beruf.nrw.de

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