„So unkompliziert wie eben möglich“

Gespeichert von FuB Chefredakteur am 18. Februar 2021
Porträtbild von Susanne Schulte, Personalleiterin der Werner Langer GmbH &Co KG

„So unkompliziert wie eben möglich“ – Schichtbetrieb, Corona und Vereinbarkeit bei der Werner Langer GmbH & Co KG, Meschede

„In unserem Betrieb haben wir uns die Vereinbarkeit von Beruf und Familie schon lange auf die Fahnen geschrieben und damit auf allen Seiten gute Erfahrungen gemacht. Deshalb haben uns die in der Corona-Pandemie notwenigen Anpassungen auch nicht so drastisch erwischt“, sagt Susanne Schulte, Personalleiterin der Werner Langer GmbH &Co KG. Die Belegschaft kann sich darauf verlassen, dass Familienfreundlichkeit auch und gerade in Krisenzeiten im Unternehmen gelebt wird.

 

Persönlicher Kontakt und individuelle Lösungen 

Das mittelständische Unternehmen aus Meschede-Berge im Sauerland entwickelt und produziert Kunststoffteile. Die 130 Beschäftigten arbeiten im Drei-Schicht-Betrieb – und das stellt die Organisation der Arbeit vor besondere Herausforderungen. Susanne Schulte ist als Personalleiterin nah dran an den Sorgen und Nöten der Kolleginnen und Kollegen, die durch die Einschränkungen im Kita- und Schulbetrieb während der Corona-Krise noch einmal zusätzliche Hürden nehmen mussten. „Flexibilität ist besonders gefragt, wenn wir unter Corona-Bedingungen unsere Schichten organisieren“, sagt sie. Arbeitszeitkonten und flexible Arbeitszeiten, die immer wieder individuell angepasst werden, federn die größten Belastungen ab. „Wir bieten den Eltern zeitversetztes Arbeiten an, so dass sich Mutter und Vater in der Kinderbetreuung abwechseln können – auch dann, wenn ein Elternteil in einem anderen Betrieb beschäftigt ist.“ Das kann in einigen Fällen dazu führen, dass der Arbeitstag erst um 16 Uhr beginnt. Die meisten Mitarbeitenden haben konkrete Vorstellungen, was ihnen weiterhelfen könnte. „Wichtig ist es, im Gespräch zu bleiben“, betont Susanne Schulte. „Nur dann können wir individuelle Lösungen finden und intern abstimmen. Denn eins ist klar: Team und Leitung müssen mitziehen.“ Und sie legt Wert darauf festzustellen, dass nicht immer alle Wünsche erfüllt werden können: „Manchmal müssen wir ganz spontan Lösungen finden, und dann sind Kompromisse nötig.“

Unterstützung auch ganz praktisch

Doch das ist nicht alles. Die Personalerin unterstützt Mitarbeitende auch ganz praktisch, wenn sie sich in den von der Pandemie bestimmten Verhältnissen nicht mehr zurechtfinden. Das Unternehmen ist von der Größe her noch überschaubar, so dass der persönliche Kontakt möglich ist. „Die vier Töchter eines Kollegen gehen auf vier verschiedene Schulen, zwischen denen es riesige Unterschiede in der Organisation des Unterrichts gibt“, erzählt Susanne Schulte. „Da braucht es Hilfe beim Durchblick.“ Sie hilft Eltern auch bei den bürokratischen Formalitäten rund um die unterschiedlichen Corona-Hilfen und -Bestimmungen, berät, beruhigt und füllt Formulare aus. Auch die Azubis brauchen besondere Zuwendung: Das Unternehmen stellt ihnen einen Raum für den Online-Unterricht zur Verfügung, damit sie in Ruhe lernen können. Wenn nötig, organisiert Susanne Schulte Nachhilfe, denn nicht alle kommen mit dem digitalen Unterricht gleich gut zurecht.

Auch in Zukunft flexibel bleiben

Trotz der gestiegenen Belastungen sieht Susanne Schulte in den Herausforderungen durch die Pandemie auch Chancen: „Manches von dem, was wir jetzt umsetzen, wird bleiben – auch in der Zeit nach Corona“, ist sie sich sicher. „Die gestiegene Flexibilität in nahezu allen Bereichen wirkt sich auch positiv auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus. Das tut allen Seiten gut: dem Unternehmen, das auch in der Krise arbeitsfähig bleibt, und den Mitarbeitenden, die sich auf familienfreundliche Lösungen verlassen können.“

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