Pflegedienst Busse: Vereinbarkeit von Pflege und Beruf als gelebte Unternehmenskultur

Gespeichert von FuB Chefredakteur am 5. Mai 2022
Sechs Pflegekräfte halten Hände in der Mitte übereinander

Pflegedienst Busse: Vereinbarkeit von Pflege und Beruf als gelebte Unternehmenskultur

“Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf wird immer wichtiger“, sagt Julia Droste vom Pflegedienst Angelika Busse in Porta Westfalica. Dessen 80 Beschäftigte haben nicht nur beruflich mit dem Thema Pflege zu tun, sondern kümmern sich bei Bedarf auch privat um ihre pflegebedürftigen Angehörigen.

 

Im ländlich geprägten Kreis Minden-Lübbecke versorgen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Pflegedienstes Busse täglich ca. 250 Patientinnen und Patienten. Für die Beschäftigten des ambulanten Pflegedienstes, die auch in der eigenen Familie pflegen, geht die Arbeit nach Feierabend weiter – eine körperliche und mentale Doppel-Belastung, die zu groß werden kann. In der alternden Gesellschaft steigt die Brisanz des Themas: Immer mehr alte Menschen benötigen Pflege und Unterstützung – und die wird zu 75 Prozent im häuslichen Bereich geleistet. „Unser ganzes Pflege-System baut darauf auf“, betont Julia Droste. Die Assistentin der Geschäftsführung stellt klar, dass es allein schon aus diesem Grund geboten ist, für eine gute Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu sorgen. Genau dieser Aufgabe nimmt sie sich als Vereinbarkeitscoach an und betreut in dieser Funktion alle Beschäftigten mit Bedarfen in Kinderbetreuung und Pflege.

Verständnis und Flexibilität

Das Unternehmen müsse Verständnis zeigen für die Situation. „Wenn ein häuslicher Pflegefall eintritt, fällt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der erste Schritt schwer. Das ist ein echter Knackpunkt“, beschreibt Julia Droste die kommunikative Herausforderung. Deshalb komme es darauf an, im Unternehmen eine Vertrauensbasis zu schaffen, die den Beschäftigten Ängste nimmt und Unterstützung bietet. „Wir nehmen das Thema Pflege genauso ernst wie das Thema Kinderbetreuung“, betont Droste. „In unserem Betrieb haben wir die Beschäftigten gut im Blick. Es fällt uns auf, wenn jemand besonders belastet ist.“ Ganz praktisch helfen in diesen Fällen die äußerst flexiblen Arbeitszeiten, die an die jeweilige Lebenssituation der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters angepasst werden können. „Die Pflegenden können bei Bedarf zum Beispiel nur noch von sechs bis neun Uhr arbeiten oder nur die Spätschicht übernehmen“, erklärt Droste und ergänzt: „Das muss natürlich mit den Rahmenbedingungen des Unternehmens abgestimmt werden, aber mit etwas gutem Willen gelingt uns das immer.“

Fortbildung und Vernetzung

Als Vereinbarkeitscoach achtet Julia Droste besonders darauf, dass die Mitarbeiterinnen auch etwas für sich und ihre Gesundheit tun – die eigenen Bedürfnisse bleiben sonst häufig auf der Strecke. Vertieft in das Thema Pflege einarbeiten konnte Droste sich in der Fortbildung zum „Pflegeguide“, die der Kreis Minden-Lübbecke für alle ansässigen Unternehmen anbietet. Pflegeguides sind Ansprechpersonen im Betrieb, an die sich Beschäftigte mit Pflegeverantwortung wenden können. Sie kennen Entlastungsmöglichkeiten und die örtlichen Hilfsangebote. Julia Droste freut sich, dass sie in der Fortbildung mit den anderen Teilnehmenden ein Netzwerk aufbauen konnte, das die Pflegelandschaft abbildet und in dem ein Austausch der kurzen Wege möglich ist. 

Gelebte Unternehmenskultur

Aufgrund ihrer Erfahrungen rät Julia Droste allen Unternehmen dazu, die Angebote zur besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf als gelebte Unternehmenskultur zu etablieren und offen zu kommunizieren. Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sei eine Herkulesaufgabe, die es im Rahmen einer lebensphasenorientierten Personalpolitik zu lösen gelte. Julia Droste ist sicher: „Pflege darf im Betrieb nicht tabuisiert werden.“

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familie@beruf.nrw.de

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