Kontakthalteprogramm und mobiles Arbeiten nicht nur während der Pandemie – die Härterei Wilhelm Alte

Gespeichert von FuB Chefredakteur am 24. März 2021
Foto von Stefanie Erbrich-Falbe, Vertriebmitarbeiterin bei der Härterei Wilhelm Alte GmbH

Kontakthalteprogramm und mobiles Arbeiten nicht nur während der Pandemie – die Härterei Wilhelm Alte

Die Härterei Wilhelm Alte GmbH aus Plettenberg weiß, wie wichtig eine familienfreundliche Personalpolitik für KMU ist. Sie bietet ihren Beschäftigten mit mobilem Arbeiten und einem Kontakthalteprogramm in der Elternzeit gute Lösungen an – auch während der Covid-19-Pandemie.

 

Das sauerländische Unternehmen beschäftigt 85 Mitarbeitende, die Produktion des Unternehmens ist 365 Tage im Jahr besetzt. Die körperlich teils anspruchsvollen Schichtdienste scheinen neben den erschwerten Arbeitsbedingungen für den Nachwuchs auf den ersten Blick eher unattraktiv. Um dennoch qualifizierte Fachkräfte anzusprechen, setzt das Unternehmen seit einiger Zeit unter anderem auf das Engagement im Bereich Vereinbarkeit von Familie und Beruf. 

Erfahrung mit Vereinbarkeit zahlt sich in der Krise aus

Das ist eine besondere Herausforderung: Der Großteil der überwiegend männlichen Beschäftigten arbeitet in der Produktion, die kontinuierlich besetzt sein muss. Daher sprechen sie sich untereinander ab, wenn jemand aus familiären Gründen seine Arbeitszeiten kurzfristig anpassen möchte und beispielsweise später kommt, weil das Kind noch versorgt werden muss. Eine schnelle und kurzfristige Kommunikation ist hier ebenso essenziell wie die Flexibilität der Mitarbeitenden untereinander und das Vertrauen der Abteilungsleitung.

Diese Erfahrungen haben auch in der Corona-Krise geholfen. Obwohl die Aufträge zunächst zurückgingen, hat der Betrieb die Schichten nach Möglichkeit entzerrt, damit die Hygieneregeln eingehalten werden konnten. Zugleich konnten die Angestellten ihre Schichten mit den Arbeitszeiten der jeweiligen Partnerinnen bzw. Partnern abstimmen, damit sich beide Eltern die Kinderbetreuung teilen konnten. „Da haben sich unsere Vorerfahrungen mit dem Thema Vereinbarkeit ausgezahlt“, freut sich Vertriebsmitarbeiterin Stefanie Erbrich-Falbe. Sie ist die treibende Kraft hinter den Maßnahmen zur Verbesserung der familienfreundlichen Personalpolitik des Unternehmens.

Flexibel sein und alles gut absprechen

Flexibles Arbeiten heißt bei der Härterei, seine Arbeitszeiten an die familiären Gegebenheiten anzupassen: Verschiebung der Arbeitszeiten, später zur Arbeit kommen, beispielsweise wenn das Kind erkrankt ist. Dabei gilt es hier vor allem, die Arbeitszeiten untereinander abzusprechen und Vertretungen für Engpässe einzurichten. Diese bewährte Praxis hat auch unter den Bedingungen der Pandemie funktioniert und dazu beigetragen, dass insbesondere die Beschäftigten in der Verwaltung die hohen Anforderungen durch Homeschooling und Kinderbetreuung stemmen konnten. „Wenn es richtig eng wurde, konnten unsere Beschäftigten ihre Kinder sogar mit ins Büro bringen.“, schmunzelt Stefanie Erbrich-Falbe.

Familienfreundliche Unternehmenskultur lebt von Vorbildern und Mitarbeiterbeteiligung

Damit Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit angenommen werden, braucht es eine familienfreundliche und offene Unternehmenskultur mit entsprechenden Vorbildern und Ansprechpersonen – bestenfalls auf Führungsebene. „Familienfreundlichkeit ist für mich selbstverständlich und fest in unserer Unternehmenskultur verankert. Meine Beschäftigten können jederzeit auf mich zukommen und gemeinsam mit mir nach individuellen, machbaren Lösungen entsprechend den jeweiligen Gegebenheiten suchen.“, erklärt Geschäftsführer Dirk Alte. 

Elternzeit wertschätzen und gestalten

Auch Beschäftigte in Elternzeit erhalten durch persönliche Gespräche und Nachrichten regelmäßige Informationen aus dem Unternehmen. Unter den überwiegend männlichen Beschäftigten war es lange Zeit unüblich, in Elternzeit zu gehen. Das hat sich in den letzten zwei Jahren geändert. „Seitdem wir das Thema Elternzeit für Väter innerhalb des Unternehmens kommunizieren, sind schon ein paar Mitarbeiter in Elternzeit gegangen.“, erzählt Stefanie Erbrich-Falbe. In Aushängen und persönlichen Gesprächen signalisiert die Geschäftsführung ihren Mitarbeitenden und gerade auch den Vätern Offenheit zum Thema Elternzeit. „Und in dieser Männerbranche landen wir damit einen Überraschungseffekt, der positiv wahrgenommen wird.“, betont Erbrich-Falbe.

Sie selbst ist auch in Elternzeit gegangen und hat gemeinsam mit der Geschäftsführung eine neue und individuell zugeschnittene Lösung für sich gefunden – den Minijob in Elternzeit. Erbrich-Falbe ist je nach Bedarf während ihrer Elternzeit für wenige Stunden ins Unternehmen gekommen und hat ihre Kolleginnen und Kollegen unterstützt. Bei dieser Regelung arbeiten Beschäftigte in Elternzeit nur so viele Stunden, dass ein Gehalt von 450 Euro nicht überschritten wird. „Für mich war der Minijob in Elternzeit eine großartige Chance, nicht nur die Zeit mit meiner Familie zu genießen, sondern auch eine Aufgabe zu haben und den Kontakt zum Unternehmen nicht zu verlieren.“

Unternehmen profitiert von familienfreundlichen Maßnahmen

Mit den verschiedenen familienfreundlichen Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat die Härterei Wilhelm Alte auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter reagiert und gleichzeitig ihre Attraktivität als Arbeitgeber gestärkt. Familienfreundliche Maßnahmen wie Flexibilität und Elternzeit sind auch Themen in Vorstellungsgesprächen und wecken das Interesse von Bewerberinnen und Bewerbern. All diese Maßnahmen zahlen sich am Ende aus. 

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familie@beruf.nrw.de

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