Kommune und Wirtschaft an einem Strang

Gespeichert von FuB Chefredakteur am 8. März 2022
Porträtbild Sandra Stövesand, Koordinatorin FABEL-Familienservice im Kreis Lippe

Kommune und Wirtschaft an einem Strang

Drei Fragen an Sandra Stövesand vom FABEL Familienservice Lippe

Sandra Stövesand arbeitet seit der Gründung vor 13 Jahren als Koordinatorin für den FABEL-Familienservice im Kreis Lippe. Die beim Kreis beschäftigte Sozialarbeiterin zieht eine positive Bilanz.

 

Frau Stövesand, Sie koordinieren den FABEL Familienservice seit 2009. Was hat sich in diesen 13 Jahren verändert?

Eine große Veränderung hat mit der Demographie zu tun. Der Fokus der Unternehmen und auch ihrer Beschäftigten hat sich verschoben: Ging es zu Beginn vor allem um die Kinderbetreuung, spielt heute die Pflege eine immer größere Rolle. Im Jahr 2021 hatten wir erstmals mehr Anfragen im Kontext Pflege als im Kontext Kinderbetreuung. Hier haben wir intensiv mit den Unternehmen und Führungskräften gearbeitet, sensibilisiert und das Thema „Vereinbarkeit von Pflege und Beruf“ aus der Tabu-Zone geholt. Und daran arbeiten wir konsequent weiter, um es nicht aus dem Blick zu verlieren. Denn unser Ansatz ist lebensphasenorientiert. Das heißt, in der Arbeitswelt betrifft die Frage der Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf alle, von den Azubis bis zu den Beschäftigten 55+.

Eine positive Entwicklung haben wir in Bezug auf die partnerschaftliche Vereinbarkeit wahrgenommen. Noch vor drei, vier Jahren war das kein Thema. Gerade hier im ländlichen und eher konservativen Ostwestfalen-Lippe haben die Väter bei der Sorgearbeit keine große Rolle gespielt. Doch das hat sich geändert, u.a. aufgrund der Corona-Pandemie. Wir unterstützen diesen Prozess durch Beratungsangebote wie zum Beispiel Elternzeit in Teilzeit. Denn hier muss sich nicht nur auf der privaten Ebene etwas ändern, sondern auch in der Unternehmenskultur. 

Was zeichnet die Zusammenarbeit zwischen der Kreisverwaltung und den lippischen Unternehmen aus?

Insgesamt klappt die Zusammenarbeit sehr gut. Das zeigt sich nicht zuletzt an der Zahl der Mitgliedsunternehmen. Wir haben hin und wieder den Eindruck, dass manche Unternehmen den Kreis Lippe möglicherweise nicht als Partner auf Augenhöhe sehen – vielleicht wegen einiger Vorurteile gegenüber kommunalen Behörden. Manche Unternehmen konnten wir jedoch durch unser persönliches Engagement und intensive Netzwerkarbeit überzeugen. Hier zeigen sich unsere Stärken: die kurzen Wege und der Bezug zur Region. Wir wissen, was gebraucht wird, der Umgang miteinander ist familiär. Der FABEL-Service ist über alle Arbeitsgebiete vernetzt und gilt als Querschnittsaufgabe des Landkreises mit einem guten Überblick über sämtliche Leistungen und Angebote über alle 16 Kommunen und über die Kreisgrenzen hinweg. So können wir schnell und spontan neue und bedarfsgerechte Angebote entwickeln, wie zum Beispiel das Projekt „Wunschgroßeltern“. Alles in allem ist es eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Kurz und knapp: Was würden Sie Akteurinnen und Akteuren in anderen Regionen raten, wenn sie ein Projekt wie FABEL auf die Beine stellen wollen?

Keine Berührungsängste haben, aktiv auf die Unternehmen zugehen, eine gemeinsame Sprache finden, Entlastungschancen für Geschäftsführung, Personalabteilung und für die Beschäftigten aufzeigen und den Imagegewinn für Unternehmen und Kreis herausstellen. Es lohnt sich!

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