„Kinder zu haben, darf auch für Alleinerziehende kein Karrierekiller sein“

Gespeichert von FuB Chefredakteur am 27. Mai 2022
Dirk Poschenrieder und Elisa Pugliese vor einem Roll-up mit der Aufschrift "Vielfalt ist wichtig, weil..."

„Kinder zu haben, darf auch für Alleinerziehende kein Karrierekiller sein“

Als alleinerziehende Mutter einer heute zehnjährigen Tochter hat die Marketing-Expertin Elisa Pugliese mit der Kommunikationsagentur Havas Life einen Arbeitgebenden gefunden, der ihren Einsatz und ihre fachliche Leistung schätzt und für entsprechende Rahmenbedingungen sorgt.

 

Die Düsseldorfer Agentur Havas Life ist Teil des internationalen Netzwerks der französischen Havas Group. Ihre 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich auf den Themenbereich Healthcare spezialisiert. Elisa Pugliese arbeitet bei Havas Life seit 2019 als Senior Strategic Planner und ist glücklich, dass sie sich seither in einem Arbeitsumfeld bewegt, das einerseits fordernd ist, andererseits aber auch ihre besonderen Belange als Alleinerziehende berücksichtigt.

Startschwierigkeiten

„Der Vater meiner Tochter war von Anfang an ein Totalausfall, sodass ich seit der Geburt alleinerziehend bin“, berichtet Pugliese. „Vor meiner Schwangerschaft war ich international tätig, 50 Prozent meiner Arbeitszeit war ich dienstlich unterwegs in Asien und europaweit. So konnte das nicht weitergehen.“ Nach dreimonatiger Elternzeit beschloss Elisa Pugliese deswegen, als Beraterin selbstständig zu werden. Es folgten sieben Jahre, in denen sie im Wechsel selbstständig und als projektbezogen Angestellte tätig war – meist in dem Gefühl, weder dem Kind noch der Arbeit gerecht zu werden. 

„Als mir Havas Life 2019 die Chance gab, fest angestellt einzusteigen, hat sich unser Leben erheblich verbessert“, freut sich Elisa Pugliese. „Durch die Festanstellung ist es viel entspannter und stabiler geworden. Und das wirkt sich auch auf die Beziehung zu meiner Tochter aus.“ Nun haben Kommunikationsagenturen nicht gerade den Ruf, besonders familienfreundliche Arbeitsstrukturen vorzuhalten. Geschäftsführer Dirk Poschenrieder lacht: „Klar gibt es das Agentur-Klischee der schlecht bezahlten 60-Stunden-Woche. Aber das ist nicht unsere Unternehmenskultur. Hier arbeiten Knowledge Worker, nette Leute, denen wir das Leben nicht schwer machen wollen.“

Gute Bedingungen – gute Arbeit

Die Bedingungen für Elisa Pugliese bestätigen das. Mit ihren 30 Wochenstunden bleibt genügend Freiraum, um sich um ihre Tochter zu kümmern. Sie arbeitet vor allem intern und hat im Vergleich zu früher deutlich weniger Kundenkontakt. Diese Arbeit lässt sich flexibler und entspannter erledigen. Geschäftlich reist sie nur noch selten und wenn, dann innerhalb Deutschlands. Auch als Teilzeitkraft macht sie pünktlich Feierabend, Termine nach 16:30 Uhr gibt es nicht. „Ich möchte mich nicht rechtfertigen müssen – das ist mir ganz wichtig“, erklärt Elisa Pugliese.. „Leistung und Ergebnisse fürs Unternehmen sind nicht von der vollen Arbeitszeit abhängig, sondern von der Qualität der Beschäftigten und von den passenden Rahmenbedingungen.“

Und ein weiterer Punkt erleichtert ihr die Vereinbarkeit: Wie in vielen anderen Unternehmen hat die Corona-Pandemie auch bei Havas Life das Homeoffice etabliert. Poschenrieder erklärt: „Wir haben regulär am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag Präsenztage, montags und freitags ist Homeoffice möglich. Doch gerade bei unseren Beschäftigten mit Familienverpflichtungen sind wir hier auch flexibel.“ 

Kein Problemfall, sondern hochqualifizierte Fachkraft

Der Geschäftsführer weiß, dass er sich auf seine Mitarbeiterin verlassen kann. Die Flexibilität, die das Unternehmen ihr gegenüber zeigt, gilt für beide Seiten: „In der Agentur gilt die Regel, dass in der Freizeit keine Termine eingestellt werden. Normalerweise hat Elisa montags ihren freien Tag. Als aber einmal eine Kollegin montags plötzlich ausfiel, ist sie spontan in einen Pitch eingestiegen“, berichtet der Geschäftsführer und fasst zusammen: „Ich vertraue ihr, denn sie macht ihren Job. Kinder zu haben, darf auch für Alleinerziehende kein Karrierekiller sein.“

Elisa Pugliese hat einen hohen Anspruch an sich selbst und findet Lösungen, wenn – wie manchmal im Leben mit einem Kind – nicht immer alles nach Plan läuft. Ein Netzwerk aus Freundinnen und Freunden sowie eine Leihoma springen ein, wenn plötzlich Betreuungsbedarf entsteht. Ihre eigenen Eltern leben 1.000 Kilometer entfernt in Italien und können sie dabei nicht unterstützten. Pugliese betont: “Ich arbeite sehr gern. Havas Life hat mir die Chance gegeben, beruflich etwas zu leisten, und Havas setzt einen klaren Rahmen. Unter diesen Umständen fällt es gar nicht groß auf, dass ich alleinerziehend bin.“ Dirk Poschenrieder bestätigt: „Elisa ist eine Angestellte wie alle anderen, wir machen da kein großes Thema draus."

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