Interne Kommunikation

Gespeichert von FuB Chefredakteur am 29. November 2018
Ein Chartboard mit Stiften.

Interne Kommunikation

Die Rolle innerbetrieblicher Kommunikation für eine familienfreundliche Unternehmenskultur

Mit gezielten Kommunikationsmaßnahmen gelingt es Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, ihre Mitarbeitenden umfassend über familienfreundliche Personalmaßnahmen zu informieren. So unterstützen sie ihre Beschäftigten bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und binden qualifizierte Fachkräftige langfristig ans Unternehmen.

 

Die interne Kommunikation ist ein entscheidender Hebel bei der Entwicklung einer familienfreundlichen Unternehmenskultur. Um mit der Zeit zu gehen und sich – insbesondere in punkto Familiengerechtigkeit – beständig weiterzuentwickeln, ist es für Unternehmen wichtig, regelmäßig mit den eigenen Mitarbeitenden in Dialog zu treten. So können Bedürfnisse und Wünsche für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besprochen und passgenaue Angebote gemeinsam entwickelt werden. Das Ergebnis: eine Win-win-Situation für beide Seiten. 
 

Folgende Instrumente haben sich für eine gelungene, interne Kommunikation bewährt.

Beschäftigtenbefragung

Es hat für ein Unternehmen viele Vorteile, die Wünsche und Bedürfnisse seiner Mitarbeitenden zu kennen. Grundsätzlich gilt: Wer fragt, gewinnt! Durch das Feedback der Beschäftigten können Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber überprüfen, wie erfolgreich ihre bisherigen Anstrengungen waren, wo es Optimierungsbedarf gibt und welche weiteren Maßnahmen erforderlich sind. Dabei ist es durchaus sinnvoll, Beschäftigtenbefragungen an den Anfang zu stellen, wenn familienfreundliche Maßnahmen neu entwickelt werden. Befragungen können darüber hinaus auch regelmäßig durchgeführt werden, um Angebote in ihrer Entwicklung bewerten zu lassen und Wünsche zu erfragen. 
Entscheidend ist, dass den Worten Taten folgen. Im Anschluss an eine Befragung sollten tatsächliche Ansätze der Umsetzung geforderter Maßnahmen erkennbar sein. An dieser Stelle ist es zudem wichtig, dass die Unternehmen auf Transparenz setzen und sowohl die Befragung, also auch deren Ergebnisse und die anschließende Umsetzung von Maßnahmen offen kommunizieren. Auf diese Weise investieren sie in das Vertrauen ihrer Mitarbeitenden.

Betriebliche Ansprechpersonen

Sie sind eine wichtige Anlaufstelle bei persönlichen Fragen rund um das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf – vorausgesetzt, sie sind im Unternehmen bekannt und können kompetent über betriebliche Maßnahmen und allgemein zum Thema informieren. Als betriebliche Ansprechpersonen eignen sich Beschäftigte der Personalabteilung oder Familienbeauftragte des Unternehmens, aber auch vertrauensvolle Mitarbeitende. Ihnen gegenüber ist die Hemmschwelle, auch sensible Themen anzusprechen, oft niedriger.

Betriebsfeste

Betriebsfeste fördern das Miteinander im Unternehmen. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber können Feierlichkeiten gezielt nutzen, um die Familien ihrer Mitarbeitenden kennenzulernen und einzubeziehen. Durch das Einladen von Familienmitgliedern zu Betriebsfesten entlasten sie erziehende Beschäftigte nicht nur von der Notwendigkeit, für die Dauer der Feier eine private Betreuung zu organisieren, sondern signalisieren zugleich Wertschätzung gegenüber ihren Mitarbeitenden und deren Familien.

Faltblätter und Broschüren

Gedruckte Faltblätter und Broschüren eignen sich sehr gut dazu, familienbewusste Angebote zu vermitteln. Intern können sie im Rahmen von Mitarbeitergesprächen oder -versammlungen ausgeteilt werden. Je nachdem, wie groß ein Unternehmen ist, mag es außerdem sinnvoll sein, Infomaterialien im Foyer, der hauseigenen Kita oder Kantine auszulegen. Darüber hinaus sollten grundsätzlich alle betrieblichen Ansprechpersonen zum Thema Vereinbarkeit mit entsprechenden Materialien ausgestattet werden, damit sie diese im Bedarfsfall austeilen können.

Intranet und Schwarzes Brett

Unternehmensintern bietet sich neben klassischen Schwarzen Brettern ein elektronisches Intranet an, um über familienfreundliche Maßnahmen zu informieren. Das Intranet bietet nicht nur eine geeignete Plattform zur Verbreitung gebündelter Informationen, sondern kann darüber hinaus Zugänge zu lokalen und regionalen Angeboten erleichtern. Doch egal ob Schwarzes Brett oder Intranet: wichtig ist, dass die Kommunikationsplattformen – online wie offline – gepflegt, regelmäßig aktualisiert sowie intern beworben werden.

Mitarbeitergespräche

Damit die individuelle Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelingen kann, sind persönliche Gespräche zwischen Geschäftsführung und Beschäftigten sehr wichtig. In den regulären Mitarbeitergesprächen haben Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber regelmäßig die Möglichkeit, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über passgenaue Angebote des Unternehmens zu informieren oder diese gemeinsam mit ihnen zu erarbeiten.Beschäftigte sollten jedoch außerdem die Gelegenheit zu einem informellen Austausch bekommen, sofern individuelle Lösungen dringlich sind – beispielsweise vor der Geburt eines Kindes oder beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit. Für die Koordination derartiger Mitarbeitergespräche empfiehlt sich der Erstkontakt über eine offizielle betriebliche Ansprechperson.

Mitarbeiterversammlungen

Mitarbeiterversammlungen sind eine gute Gelegenheit, das Thema Familie und Beruf im Unternehmen zu verankern. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die Familienfreundlichkeit dabei zu einem regelmäßigen Punkt auf der Tagesordnung machen, setzen so ein wichtiges Signal, das alle Beschäftigten erreicht.

Mitarbeiterzeitung und Newsletter

Insbesondere in größeren Unternehmen bieten sich Mitarbeiterzeitungen und Newsletter an, um Informationen zum Thema Vereinbarkeit zu verbreiten. Es empfiehlt sich, dabei auf persönliche Erfahrungen und Erfolgsgeschichten aus dem Alltag der Beschäftigten zu setzen. Auf diese Weise lassen sich Mitarbeitende am ehesten erreichen und überzeugen.

Unternehmensleitbilder und -ziele

Vereinbarkeit braucht ein gewisses Maß an Verbindlichkeit. Einer Studie des BMFSFJ zufolge ist ein familienbewusstes Leitbild, niedergeschrieben in den Unternehmenszielen oder einer Betriebsvereinbarung, jedoch nur noch in etwa 14 Prozent aller Unternehmen existent. Dabei kann es sich lohnen, mit positivem Beispiel voranzugehen. Festgeschriebene Leitbilder können sowohl Führungskräften als auch Beschäftigten sehr gut als Orientierung dienen. Neu oder aufgefrischt bieten sie zudem oft Anlass, über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu kommunizieren. Der Stellenwert von Familienfreundlichkeit und Vereinbarkeit im Unternehmen wird dadurch sichtbar.

 
Vorbilder

Das Verhalten von Führungskräften übt einen direkten Einfluss auf die Unternehmenskultur und die Arbeitsatmosphäre aus. Wie sie sich den Beschäftigten gegenüber verhalten, was sie sagen oder eben auch nicht ansprechen, ist ein wichtiger Bestandteil der internen Kommunikation. Idealerweise sind sie Vorbilder und leben ihren Mitarbeitenden die Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor. Lehnen Vorgesetzte entsprechende Maßnahmen selbst ab, senden sie ein Signal fehlender Akzeptanz und verhindern die Entwicklung und Verankerung einer familienfreundlichen Unternehmenskultur. Dabei kann es ganz einfach sein, schon durch kleine Gesten und Schritte, wichtige Zeichen für Vereinbarkeit zu setzen. Bereits ein ermutigender Satz kann bewirken, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerne das Gespräch suchen und Angebote wahrnehmen. 

Ausführliche Informationen zu diesen und weiteren Instrumenten der internen Kommunikationsarbeit finden Sie darüber hinaus im Praxisleitfaden Beruf und Familie im Unternehmen zum Thema machen" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. 

Nicht jedes Unternehmen wird alle Maßnahmen gleichermaßen nutzen können. Je nach Betriebsgröße, Branche und Organisationsstruktur sind unterschiedliche Instrumente mehr oder weniger sinnvoll. Fest steht jedoch: Wie sehr Unternehmen und Beschäftigte von familienfreundlichen Maßnahmen profitieren, wird von der Intensität und Qualität ihrer innerbetrieblichen Kommunikation maßgeblich beeinflusst.

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Informationen

Mehr dazu auf

familie@beruf.nrw.de

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