Homeoffice und Mobiles Arbeiten

Gespeichert von FuB Chefredakteur am 4. November 2020
Mann sitzt mit Klemmbrett vor Laptop im Homeoffice

Homeoffice und Mobiles Arbeiten – das Kleingedruckte

Seit Beginn der Covid-19-Pandemie ist „Homeoffice“ in aller Munde – gemeint ist aber häufig das Mobile Arbeiten, das von vielen Unternehmen praktiziert wird, auch um mehr Vereinbarkeit zu ermöglichen. Was beides voneinander unterscheidet und welche Regelungen jeweils zu beachten sind, haben wir in einem kurzen Überblick zusammengestellt.

 

Homeoffice (auch „Telearbeit“) und Mobiles Arbeiten – in vielen Unternehmen herrscht Verwirrung, was genau mit diesen Begriffen gemeint ist und welche gesetzlichen Regelungen sich daraus ableiten. Bei dauerhaftem Homeoffice arbeitet der/die Beschäftigte an einem fest eingerichteten Arbeitsplatz außerhalb des Unternehmens, meist in der eigenen Wohnung. Hier gilt die Arbeitsstättenverordnung: Der Homeoffice- bzw. Telearbeitsplatz muss den gleichen gesetzlichen Anforderungen beim Arbeitsschutzstandard genügen wie der betriebliche Arbeitsplatz. Deshalb muss ihn der Arbeitgeber auf seine Kosten komplett ausstatten, vom Bürostuhl bis zum Monitor. 

Das, was viele Unternehmen jetzt während der Corona-Pandemie praktizieren, ist der Definition nach Mobiles Arbeiten – unter Pandemie-Bedingungen oft das Mobile Arbeiten Zuhause. Bei der Mobilarbeit stellt der Arbeitgeber den Beschäftigten Laptop, Tablet und ggf. ein Smartphone zur Verfügung, so dass die Arbeitsleistung von verschiedenen Orten aus erbracht werden kann, also auf Reisen, im Zug, im Hotel oder auch zu Hause am Küchentisch. Wichtig ist nicht der Ort, sondern die Erreichbarkeit. Deshalb greift hier die Arbeitsstättenverordnung nicht, denn der Arbeitgeber kann die Sicherheit eines Küchen- oder Caféstuhls natürlich nicht beurteilen. Eine genaue Definition von Homeoffice und Mobilarbeit finden Sie bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Arbeitszeit – geregelt und flexibel

Der Arbeitgeber kann auch im Homeoffice bestimmen, zu welchen Zeiten die Beschäftigten erreichbar sein müssen. Viele Unternehmen vereinbaren Vertrauensarbeitszeit, so dass man unter Berücksichtigung der betrieblichen Belange und der wöchentlichen Arbeitszeit arbeiten kann, wann man möchte. Für die Einhaltung der Schutzvorschriften des Arbeitszeitgesetzes ist der Arbeitgeber verantwortlich: Mitarbeitende dürfen ohne Pause nicht länger als sechs Stunden am Stück arbeiten. Im Durchschnitt dürfen es pro Tag nicht mehr als acht, in Ausnahmefällen zehn Stunden sein. Und nach Arbeitsende müssen die Mitarbeitenden elf Stunden ruhen. Das lässt sich vor allem bei der mobilen Arbeit nicht immer realisieren: Noch ein, zwei E-Mails am Abend oder das Erstellen einer Präsentation in den frühen Morgenstunden sind Alltag für viele mobil Arbeitende. Die Gefahr der Entgrenzung droht, Arbeit und Freizeit verschwimmen ineinander. Der Arbeitgeber muss die Ruhe- und Arbeitszeiten als Teil seiner Fürsorgepflicht aber überwachen. So kann er auch anordnen, dass die Angestellten ihre Arbeitszeiten dokumentieren. Die Regelungen des Arbeitszeitgesetzes finden Sie beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Unfallschutz – im Einzelfall eingeschränkt 

Die gesetzliche Unfallversicherung gilt im Homeoffice nur bei beruflichen Tätigkeiten. Ein Beispiel: Fällt ein Beschäftigter die Treppe hinunter und bricht sich den Arm, weil er im Keller die Internetverbindung überprüfen muss, so wäre dieser Unfall versichert. Fällt er aber die Treppe hinunter, weil er sich einen Kaffee kochen möchte, so wäre dieser Unfall nicht versichert. Das heißt: Wer zu Hause arbeitet, trägt viele Risiken selbst. Während im Betrieb der Gang zur Teeküche oder zur Kantine durch die Unfallversicherung abgesichert ist, ist der Weg in die heimische Küche oder zur Toilette eine laut Bundessozialgericht „eigenwirtschaftliche Tätigkeit“ und damit nicht versichert. 

Auch wer sich beim Wäscheaufhängen in der Mittagspause oder beim Vorbereiten einer Mahlzeit verletzt, muss sich an die private Krankenversicherung wenden, denn das vom häuslichen Lebensbereich ausgehende Unfallrisiko wird den Versicherten zugerechnet. Unfälle, die unterwegs geschehen, sind versichert – vorausgesetzt, die Tätigkeit, die zum Unfall geführt hat, steht in einem sachlichen Zusammenhang zur Arbeit. Da die Umstände von Arbeitsunfällen sehr unterschiedlich sein können, werden sie zumeist im Einzelfall entschieden. Weitere Informationen finden Sie bei den Berufsgenossenschaften.

Datenschutz – aber sicher!

Wichtig: Die Verantwortung für den Datenschutz liegt beim Unternehmen selbst. Soft- und Hardware sollten vollständig vom Arbeitgeber gestellt, nur für berufliche Angelegenheiten und selbstverständlich nur vom Beschäftigten genutzt werden. Eine sichere LAN-Verbindung ist einem offenen WLAN immer vorzuziehen. Für den Datentransfer ist eine VPN-Verbindung erforderlich, zur Datenspeicherung greifen die Beschäftigten besser nicht zu USB-Sticks oder lokalen Festplatten, sondern legen die Daten auf dem Firmenserver ab. Wenn sich das Speichern auf unsicheren Medien nicht vermeiden lässt, sollte zumindest eine Verschlüsselung erfolgen. Bei mobiler Arbeit unterwegs ist der Datenschutz unter Umständen schwerer zu gewährleisten, weil bei der Arbeit im Zug oder im Café beispielsweise der Bildschirm für Fremde einsehbar sein kann oder Telefongespräche mitgehört werden können. Ausführliche Informationen zum komplexen Thema Datenschutz erhalten Sie hier.

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