Homeoffice – Herausforderungen und Chancen

Gespeichert von FuB Chefredakteur am 8. Oktober 2020
Mann sitzt im Homeoffice vor seinem Laptop

Homeoffice – Herausforderungen und Chancen

In der Zeit des Corona-Lockdowns von Mitte März bis Mitte Mai 2020 waren bis zu 50 Prozent aller Beschäftigten im Homeoffice und damit Teil eines ungeplanten Großexperiments zur Arbeitsorganisation. Inzwischen arbeiten die Angestellten in vielen Betrieben zumindest zeitweise wieder in ihren Büros. Das Experiment ist aber insoweit geglückt, als dass das Homeoffice für viele auch in der Zukunft eine große Rolle spielen wird – vor allem mit Blick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Grund genug, sich Herausforderungen und Chancen des Homeoffice für die Vereinbarkeit einmal näher anzusehen.

 

Familien im Corona-Stress 

In einer aktuellen Studie der Universität Düsseldorf haben Professor Stefan Süß und sein Team über 1.000 Probandinnen und Probanden im April und Mai 2020 nach ihren Erfahrungen rund um das Homeoffice befragt. Das größte Problem war die durch die Schul- und Kitaschließungen notwendig gewordene Betreuung der Kinder. „Insgesamt macht das deutlich, dass eine Doppelbelastung, zu Hause zu arbeiten und gleichzeitig Kinder zu betreuen, eine Situation ist, die die Beschäftigten nicht langfristig tragen können“, so Süß. Denn dies führe sowohl zu einer starken individuellen Belastung als auch zu der für die Arbeitgeber schwierigen Situation, dass damit ein Rückgang der Produktivität verbunden sein könne.

Mehr Flexibilität für bessere Work-Life-Balance

Die belastende Kombination aus Kinderbetreuung und Erwerbsarbeit war eine der Pandemie geschuldete Sondersituation, die laut NRW-Familienminister Dr. Joachim Stamp den Eltern – und hier besonders den Müttern – nicht noch einmal zugemutet werden darf. Davon abgesehen haben viele Eltern das Homeoffice als Möglichkeit erlebt, flexibel und bedarfsgerecht die Belange von Familie und Erwerbsarbeit unter einen Hut zu bekommen. Der Wegfall von Fahrzeiten, die Pause mit den Kindern im Park oder Garten, die schnelle Erledigung zwischendurch empfinden viele Mütter und Väter als Entlastung und Zugewinn an Zeitsouveränität. Die vielbeschworene Work-Life-Balance lässt sich für sie besser realisieren. Das Risiko, Arbeit und Freizeit nicht mehr genügend trennen zu können oder durch ständige Erreichbarkeit in einer Art Dauerbereitschaft zu sein, darf dabei nicht außer Acht gelassen werden. Hier sind die Unternehmensleitungen gefordert. Mit klaren betrieblichen Vereinbarungen können sie den entsprechenden Rahmen schaffen und gewährleisten, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer „zu Hause adäquate Arbeitsbedingungen haben“, so Professor Stefan Süß.

Das Beste aus zwei Welten

Familienfreundliche Unternehmen, die ihren Beschäftigten Homeoffice anbieten, sorgen dafür, dass die Gefahr der Entgrenzung von Privatleben und Job klein gehalten wird. Mit klaren Vereinbarungen und guter technischer Ausstattung im Homeoffice steigen Mitarbeiterzufriedenheit und Produktivität. Doch ein Punkt bleibt kritisch: Durch den geringeren Kontakt zu den Teamkolleginnen und -kollegen im Homeoffice können sich Beschäftigte im Homeoffice sozial isoliert und von wichtigen Informationen abgehängt fühlen. Betriebswirtschaftler Stefan Süß empfiehlt daher, die innerbetriebliche Kommunikation mit klaren Vereinbarungen zum Informationsfluss, aber auch mit Maßnahmen zum Teambuilding, zum Beispiel mit digitalen Kaffeepausen an die neuen Anforderungen anzupassen. Für die Zukunft nach Corona sieht Professor Süß eine Mischform von Homeoffice und Firmenpräsenz. Zwei Tage im Büro und drei Tage zu Hause – so könnte für viele Beschäftigte die Zukunft aussehen und vielen Müttern und Vätern die Vereinbarkeit erleichtern.

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familie@beruf.nrw.de

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