Employer Branding in Reinform – betriebliche Unterstützung bei der Kinderbetreuung

Gespeichert von FuB Chefredakteur am 2. Dezember 2021
Bunte Schürzen an Haken an einer gelben Wand hängend

Employer Branding in Reinform – betriebliche Unterstützung bei der Kinderbetreuung

Betriebliche Kinderbetreuung gilt als eines der Schlüsselinstrumente für ein überzeugendes Employer Branding. Welche praktischen Erfahrungen einzelne Unternehmen gesammelt haben und was es zu beachten gilt – hier ein Überblick.

 

Wenn es darum geht, die Arbeitgebermarke zu stärken, stehen Unternehmen eine ganze Reihe von Maßnahmen zur Verfügung: Neben Angeboten zur Gesundheitsprävention, gemeinsamen Charity-Projekten oder Betriebsfesten spielt gerade die Familienfreundlichkeit eine große Rolle. Hier steht vor allem die betriebliche Unterstützung bei der Kinderbetreuung im Fokus. Beschäftigte können nur dann unbelastet ihrer Arbeit nachgehen, wenn ihre Kinder gut betreut sind. Hier können sich Unternehmen mit differenzierten Maßnahmen profilieren und ihre Arbeitgebermarke stärken.

Win-Win-Situation für Beschäftigte und Betrieb

Wenn sich ein Unternehmen im Bereich Kinderbetreuung engagiert, zahlt sich das nicht nur für seine Beschäftigten aus, sondern auch für das Unternehmen selbst. Die Gira Giersiepen GmbH hat seit 2014 einen Betriebskindergarten, der durch einen externen Träger betrieben wird. Lisa Kotthaus, Ansprechpartnerin Beruf und Familie bei Gira, bestätigt: „Die Identifikation mit dem Unternehmen ist durch unsere Betriebs-Kita gestiegen, auch bei denen, die sie gar nicht selber nutzen. Unsere Leute sind stolz auf unsere Kita.“ Das Gebäudetechnik-Unternehmen aus Radevormwald ist mit seinen 1.250 Beschäftigten einer der großen Arbeitgeber im Oberbergischen Kreis. „Wir werben vor allem um IT-Fachkräfte und Projektleitungen. Unsere Betriebs-Kita ist ein starkes Argument dafür, dass Fachleute auch von weiter her zu uns in die Provinz kommen – und bleiben.“ Galt dieses Angebot anfangs nur für Kinder im Alter von ein bis drei Jahren, wurde es aufgrund der großen Nachfrage auf Betreuungsplätze bis zum Schuleingang erweitert.

Nutzen geht über das Recruiting hinaus

Lisa Kotthaus hat festgestellt, dass das Thema in den letzten Jahren mehr und mehr an Bedeutung gewonnen hat. Unterstützung bei der Kinderbetreuung lohnt sich für Unternehmen angesichts des deutlich spürbaren Fachkräftemangels. Es hat einen deutlichen Effekt für das Recruiting, gerade auch mit Blick auf die jüngeren Beschäftigten. Sie legen großen Wert auf eine ausgewogene Work-Life-Balance: Die Familienfreundlichkeit des Arbeitgebenden ist ihnen ebenso wichtig wie die Höhe des Gehalts. „Gira bekennt sich zu einer familiären Verantwortungskultur. Die Betriebs-Kita hat so gesehen auch einen hohen kulturellen Nutzen“, betont Dario Hudr, Employer Brand Manager bei Gira. „Das strahlt aus und spricht nicht nur potentielle, hochqualifizierte Fachkräfte sondern alle unsere Beschäftigten an. Um uns für den „War for Talents“ gut aufzustellen heißt dies, dass wir uns schon jetzt als attraktiver Arbeitgeber nach innen und außen darstellen – gerade auch gegenüber den Generationen Y und Z.“ Lisa Kotthaus ergänzt: „Unser Engagement in der Kinderbetreuung zahlt sich in jeder Hinsicht aus. Wir bedauern, dass wir aktuell nicht allen Interessierten einen Platz anbieten können.“ Gira hat reagiert: Die Betriebs-Kita wird um eine Gruppe erweitert.

Flexible und angepasste Angebote

In einer ganz anderen Branche, in der ebenfalls Fachkräfte fehlen, macht Karin Götze ähnliche Erfahrungen. Die Geschäftsführerin des Evangelischen Wohn- und Pflegezentrums in der Cronenberger Straße in Solingen berichtet, dass das betriebseigene Angebot der Kinderbetreuung gut nachgefragt wird, sowohl von Pflegekräften wie auch von Beschäftigten aus Hauswirtschaft und Verwaltung. „Für uns als Betrieb ist es von Vorteil, wenn die Eltern bereits nach einem Jahr aus der Elternzeit zurückkommen können, weil wir ihnen die flexible Betreuung anbieten“, erklärt Karin Götze. „Und bei der Suche nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist es ein klarer Vorteil, dass wir diese Möglichkeit bieten.“ Die betriebseigenen „Cronenzwerge“ betreuen vor allem ein- bis dreijährige Kinder in einer kleinen Gruppe, die in einer betriebseigenen und entsprechend umgebauten Wohnung untergebracht ist. Dieses Angebot hat auch noch den Vorteil, dass es mit langen Öffnungszeiten ohne ferienbedingte Schließung 
genau auf die Bedürfnisse des Betriebs zugeschnitten ist. „So können wir auch die Tagesschichtdienst-Zeiten abdecken“, freut sich die Geschäftsführerin.

Ehrlich und authentisch handeln und kommunizieren

Familienfreundlichkeit ist keine strategische Marketing-Maßnahme, die ein schönes Bild nach außen abgibt. Das fällt schnell auf: Verschiedene Bewertungsportale bieten Insiderblicke in Unternehmen. Bedarfsgerechte Unterstützung bei der Kinderbetreuung anzubieten setzt deshalb ein klares Signal an die eigene Belegschaft sowie an Bewerberinnen und Bewerber, dass es ein Unternehmen mit der postulierten Familienfreundlichkeit wirklich ernst meint.

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Informationen

Mehr dazu auf

familie@beruf.nrw.de

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