Einkaufskarte und Kita-Zuschuss: So geht Vereinbarkeit in der Goldschmiede Adam

Gespeichert von FuB Chefredakteur am 27. August 2019
Ingo Adam und seine zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Einkaufskarte und Kita-Zuschuss: So geht Vereinbarkeit in der Goldschmiede Adam

Flexible und individuelle Planung der Arbeitszeiten, Betreuungszuschuss und Einkaufskarte: Die Goldschmiede Adam GbR aus Hagen hat zusammen mit der Belegschaft unkomplizierte und wirkungsvolle Lösungen zur Familienfreundlichkeit entwickelt.

 

Gemeinsam mit seinem Bruder übernahm Ingo Adam 2006 das inzwischen 60 Jahre alte Familienunternehmen vom Vater. Die Goldschmiede beschäftigt zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – darunter überwiegend Frauen, die im Verkauf arbeiten. „Bei uns bewerben sich sehr viele junge Frauen. Schwangerschaften und Elternzeiten gehören für uns also selbstverständlich dazu. Doch die kompetenten Mitarbeiterinnen wollen wir natürlich nicht verlieren“, erklärt Ingo Adam.

Auf die Herausforderung hat der Geschäftsführer reagiert. In gemeinsamen Workshops analysierten Geschäftsführung und Belegschaft den Bedarf an familienfreundlichen Umstrukturierungen und Personalmaßnahmen. Eigenverantwortliches Arbeiten, flexible Arbeitszeiten sowie finanzielle Unterstützung bei der Kinderbetreuung sollten insbesondere Müttern im Betrieb die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern.

Beschäftigte planen flexible Arbeitszeiten eigenverantwortlich

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Möglichkeit, Vertrauens- und Gleitzeit zu nutzen und in Teilzeit oder, wenn es die Tätigkeit zulässt, auch im Homeoffice zu arbeiten. Insbesondere nach der Elternzeit können sie ihr Arbeitspensum mitbestimmen, sodass ein Wiedereinstieg möglichst sanft funktioniert. Damit die flexible Arbeitszeitgestaltung bei dem kleinen Team ohne Probleme funktioniert, hat sich in der Goldschmiede das Prinzip der Eigenverantwortlichkeit bewährt. Seit der Übernahme 2006 planen und vereinbaren die Beschäftigten ihre Arbeitszeiten und Schichtwechsel selbstständig.
 

Burkhard und Ingo Adam stehen für ein familienfreundliches Unternehmen.

Einmal im Monat kommen alle zusammen und besprechen die Zeitplanung der nächsten Wochen – ohne den Chef. Das bietet maximale Flexibilität, fördert aber zugleich auch das Verantwortungsbewusstsein der einzelnen Beschäftigten, da sie nun die Verantwortung für einen reibungslosen Ablauf mittragen. Damit auch am Wochenende die Zeit für die Familie nicht zu kurz kommt, gibt es wechselnde Wochenenddienste. Und auch bei ungeplanten Ausfällen, wie Krankheit oder Arztterminen, gelingt es den Beschäftigten unter anderem über den Gruppenchat schnell und unkompliziert Lösungen zu finden.

Reduzierte Öffnungszeiten lohnen sich

Eine weitere Maßnahme bildete die Reduzierung der Öffnungszeiten. Der Betrieb schaute sich das Kaufverhalten seiner Kundinnen und Kunden genau an und stellte fest, dass samstags zwischen 16 und 18 Uhr kaum noch etwas gekauft wurde. Die Geschäftsführung verkürzte daraufhin die gängigen Öffnungszeiten am Wochenende entsprechend um zwei Stunden, sodass die Wochenendschicht samstags bereits um 16 Uhr frei hat. So haben die Verkäuferinnen ein längeres Wochenende und können mehr Zeit mit ihren Familien verbringen. „Manchmal lohnt es sich auch mit Traditionen zu brechen. Zumindest sollte man sie von Zeit zu Zeit hinterfragen“, so Adam, für den sich die neue Regelung unterm Strich auch finanziell bewährt. Wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einmal am Sonntag arbeiten müssen – sei es auf Messen oder beim verkaufsoffenen Sonntag – bekommen sie zudem die doppelte Stundenzahl als Ausgleich gutgeschrieben.

Einkaufskarte und Kita-Zuschuss unterstützen Eltern

Neben der Flexibilisierung der Arbeitszeit bietet die Goldschmiede auch gezielte finanzielle Unterstützungsmaßnahmen an. Um Eltern finanziell zu entlasten, erhalten diese beispielsweise einen Zuschuss zum Kita-Beitrag. Darüber hinaus schenkt der Betrieb allen Beschäftigten zusätzlich zu ihrem Gehalt alle paar Monate eine Einkaufskarte als besondere Wertschätzung. Diese funktioniert wie eine Checkkarte, mit der die Beschäftigten bei zahlreichen Geschäften bezahlen und beispielsweise Kosten für Kinderpflegeprodukte decken können. 

Vereinbarkeit braucht gutes Betriebsklima – gerade in KMUs

In der Goldschmiede arbeiten die Beschäftigten im Verkauf sowie in der Werkstatt.

Generell ist die Unternehmenskultur der kleinen Goldschmiede durch eine familiäre Atmosphäre und gegenseitiges Vertrauen geprägt. „In einem kleinen Betrieb kann Vereinbarkeit nur funktionieren, wenn Absprachen funktionieren. Und die funktionieren dann am besten, wenn auch das Betriebsklima stimmt. Ein gutes Miteinander muss gelebt und gefördert werden“, so Adam. In der Goldschmiede gibt es neben Betriebsausflügen daher regelmäßig gemeinsame Mittagessen und Feiern.

Dass sich die familienfreundlichen Maßnahmen in seinem Unternehmen bewähren, merkt Adam an verschiedenen Stellen. „Im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte können wir mit unseren Angeboten und Leistungen im Bereich Vereinbarkeit locken. Zudem zeigen sich unsere Beschäftigten zufriedener und krankheitsbedingte Ausfälle sowie Fluktuation sind gering“, erläutert Adam. Auch die Kundschaft nimmt die Veränderungen wahr und schätzt die gute Stimmung im Laden. 
 

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familie@beruf.nrw.de

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