„Ein Geben und Nehmen“ – Vereinbarkeit in Küche und Verkauf

Gespeichert von FuB Chefredakteur am 23. August 2022
Christian Holz und Kathleen van Hummel mit Daumen hoch vor Holztischen

„Ein Geben und Nehmen“ – Vereinbarkeit in Küche und Verkauf

Viele Beispiele guter Praxis kommen aus den Büros, wo durch Homeoffice und bestimmte Arbeitsstrukturen die Frage der Vereinbarkeit auf den ersten Blick leichter zu lösen ist. Doch auch in Fleischerei und Catering ist mit gutem Willen und gegenseitigem Verständnis vieles möglich. Das zeigt der Original Sonsbecker Grillmeister ®.

 

Christian Holz ist Fleischsommelier, Betriebswirt HwK und Metzgermeister in der vierten Generation. In Sonsbeck (Kreis Wesel) am Niederrhein betreibt er seit Juni 2021 eine Feinkostmetzgerei, die neben dem Verkauf auch einen Catering- und Grillservice sowie Grillseminare anbietet. Ein Betrieb mit Arbeitszeiten, die manchmal in den Abendstunden oder am Wochenende liegen. Bei ihm hat am 1. Mai 2022 die alleinerziehende Mutter Kathleen van Hümmel als Quereinsteigerin im Verkauf und in der Fleischvorbereitung angefangen. Die alleinerziehende Mutter ist studierte Landwirtin und hat drei Kinder im Alter von 19, 13 und zwei Jahren. Wir haben mit dem Chef und seiner Mitarbeiterin gesprochen.

Frau van Hümmel, was hat Sie zu Grillmeister Holz gebracht?

Vor meiner letzten Elternzeit habe ich in einem Bio-Milchviehbetrieb gearbeitet. Es war klar, dass ich dort nicht bleiben konnte, weil ich nicht immer zu den Melkzeiten da sein konnte. Also habe ich mich umgesehen und schließlich die Stellenanzeige von Herrn Holz entdeckt, die wie für mich gemacht schien: Teilzeit, flexible Arbeitszeiten, Drei- oder Viertagewoche im Wechsel. Ich habe zur Probe gearbeitet und es hat geklappt! 

Herr Holz, haben Sie von vornherein eingeplant, dass Sie auf die Herausforderungen einer alleinerziehenden Mitarbeiterin eingehen?

Wir haben selber einen dreieinhalbjährigen Sohn – also weiß ich, was es bedeutet, ein kleines Kind zu betreuen – auch wenn wir persönlich privilegiert sind, weil uns unsere Großeltern helfen können. Aber ich denke: Jeder verdient eine Chance, und wenn es für beide Seiten passt, dann ist es in Ordnung. Wichtig ist für mich, dass es ein Geben und Nehmen ist.
Frau van Hümmel, wie gehen Sie denn damit um, wenn Ihr kleiner Sohn plötzlich krank wird? Gibt es da klare Absprachen?
Bisher kam es noch nicht vor, aber das können wir in unserem kleinen Team kollegial lösen, zum Beispiel durch das Tauschen von Diensten oder dem Nacharbeiten von Stunden. Wichtig ist, dass es Verständnis für die Situation gibt, und genauso wichtig ist es, dass ich versuche, die Belastungen so klein wie möglich zu halten, indem zum Beispiel auch eine der großen Schwestern auf den Kleinen aufpasst.

Herr Holz, sehen Sie das auch so?

Ja, da finden wir Lösungen. Es ist gut zu sehen, dass auch die Familie hinter dem Job steht – und das ist umso einfacher, je wohler sich meine Mitarbeiterin fühlt und je lieber sie zur Arbeit kommt. Unterm Strich muss es passen: Es ist nicht einfach, gute Leute mit der richtigen Arbeitseinstellung zu finden. Da bin ich froh, dass mit Frau van Hümmel eine echte Entlastung an Bord ist.

Frau van Hümmel, wie sind Ihre Erfahrungen nach den ersten Wochen?

Ich bin sehr dankbar für den vielseitigen Job, der mir großen Spaß macht und bei dem ich auch noch viel lernen kann. Wir haben ein gutes, familiäres Arbeitsklima. Das zeigt sich auch daran, dass wir gemeinsam frühstücken und zu Mittag essen. Gerade das kleine Frühstück hier um acht Uhr erleichtert meinen Alltag, der morgendliche Stress wird weniger.

Herr Holz, das ist ja eine so einfache wie effektive Maßnahme.

Ja, und das kommt letztlich allen zugute, denn auch die Arbeit läuft besser, wenn man morgens in Ruhe und gemeinsam beginnen kann. Und damit erkenne ich auch an, wenn jemand gute Arbeit leistet. Denn das muss am Ende stimmen.

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