Die Zukunft der Vereinbarkeit

Gespeichert von FuB Chefredakteur am 21. Dezember 2020
Ein Finger schiebt einen Baustein mit dem Buchstaben F weg von dem Wort Beruf hin zu dem Wort Familie

Die Zukunft der Vereinbarkeit

Corona hat uns im Jahr 2020 vor viele Herausforderungen gestellt – auch in Bezug auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Eltern mussten ihre Kinder während Kita- und Schulschließungen plötzlich ganztägig zu Hause betreuen. Arbeitgeber waren gefordert, kurzfristig flexiblere Arbeitsmodelle zu erproben. Doch wir haben auch gemerkt: Es ist viel mehr möglich, als wir vorher vielleicht gedacht haben. Welche Trends ergeben sich daraus für die Zukunft?

 

Flexibilisierung als wichtige Voraussetzung für die Vereinbarkeit

Die Corona-Krise hat deutlich gezeigt, dass die Möglichkeit des flexiblen Arbeitens viele Vorteile für Arbeitgeber und Beschäftigte hat. Wer gut mit mobilen Endgeräten und digitalen Kommunikationswegen ausgestattet war, konnte schneller auf die neuen Arbeitsbedingungen reagieren. Eine flexiblere Gestaltung der Arbeit führt auch unabhängig von der Pandemie zu einer besseren Vereinbarkeit. Beschäftigte können Arbeitsort und -zeit besser auf die aktuelle Situation in der Familie abstimmen. 

Die Niederlande waren dabei auch vor der Pandemie bereits Spitzenreiter in der EU. Während in Deutschland in den letzten Jahren nur etwa zehn Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mobil tätig waren, arbeiteten dort bereits über 37,5 Prozent der Erwerbstätigen gewöhnlich oder manchmal von zu Hause. Wichtige Grundlage sind Vereinbarungen, auf die sich Arbeitgeber und Beschäftigte gleichermaßen verlassen können. Ein niederländisches Gesetz räumt Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die in Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten arbeiten, seit dem 1. Januar 2016 das Recht ein, einen Antrag auf Änderung des Arbeitsortes und der Arbeitszeit zu stellen. Laut Experteninterviews ist dieses Gesetz jedoch nicht entscheidend für den hohen Anteil an Telearbeit. Informelle Verabredungen sind viel verbreiteter als formelle, auf dem Gesetz beruhende Verträge.

Der Wunsch nach partnerschaftlicher Vereinbarkeit 

Während der Corona-Pandemie waren bei der Kinderbetreuung vor allem wieder die Frauen gefragt. Doch auch die Väter investierten verhältnismäßig viel Zeit, wie eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin belegt. Betreuten sie die Kinder an einem Werktag im Jahr 2019 durchschnittlich noch 2,8 Stunden, waren es 2020 schon 5,3 Stunden. Das verdeutlicht einen Trend: Immer mehr Paare wünschen sich eine gleichberechtigte Aufteilung von Arbeit und Betreuungstätigkeiten. 

Voraussetzung ist, dass sie ihre Zeit möglichst flexibel planen können. Außerdem kann die Unternehmenskultur dazu beitragen, dass Eltern- und Teilzeit von Vätern den gleichen Stellenwert hat wie bei Müttern. Ein Schritt in diese Richtung könnte sein, die Arbeitszeit generell zu reduzieren. Was in Deutschland erst einzelne Unternehmen erproben, wurde in Schweden bereits in einem größer angelegten Experiment getestet. In den Jahren 2016 und 2017 reduzierten mehrere Betriebe in Göteborg die tägliche Arbeitszeit auf sechs Stunden. Das Ergebnis: Die Beschäftigten waren zufriedener, leistungsfähiger und seltener krank.

Lebensphasen im Blick haben

Bei der Vereinbarkeit geht es nicht nur um die Kinderbetreuung. Je nach Lebensphase und -situation haben Beschäftigte ganz unterschiedliche Bedarfe. Arbeitgeber können darauf mit individuellen Lösungen im Rahmen einer lebensphasenorientierten Personalpolitik reagieren. 

Und das schafft Vorteile im Wettbewerb um Fachkräfte: Eine Umfrage der berufundfamilie Service GmbH belegt, dass nicht nur Familienmütter und -väter Wert auf Vereinbarkeit legen. Auch 73,7 Prozent der Ledigen ist dieses Thema bei der Wahl ihres Arbeitgebers wichtig.

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familie@beruf.nrw.de

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